Ein Kunde möchte sich mit dir treffen, aber vorher sollst du noch eine Verschwiegensheitserklärung unterzeichnen, inklusive Pönaälen im 6-stelligen Bereich. Wenn das dein erster NDA sein sollte, bist du sicher darüber besorgt ob dieser NDA nicht Jahre später nochmal auf dich zurückfällt. War ich auch.

Ich habe schon von vielen Agenturinhabern gehört, dass sie aus Prinzip keinen NDA (= Verschwiegenheitserklärung) unterzeichnen. Tja, in der Praxis sieht das aber immer anders aus. Es gibt nämlich gute Gründe um einen NDA, als Kunde, (Non-Disclosure-Agreement) unterschreiben zu lassen:

  • Der Kunde zeigt dir interne Dokumentation der Software.
  • Der Kunde befindet sich in einem Prozess um etwas zu patentieren, und darf aus rechtlichen Gründen nicht „veröffentlichen“.
  • Der Kunde hat sich einen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten erarbeitet und möchte das geheim halten.

Das Problem mit der Verschwiegenheit in einem NDA

In den meisten Fällen ist ein NDA wohl nicht nötig, denn er wird benutzt, um das Projekt größer erscheinen zu lassen als es ist. Stichwort „Du bist Teil vom Next Big Thing“.

Grundsätzlich dient eine Verschwiegenheitserklärung dazu interne Informationen (zB während Projekten) vor Externen (du, aber auch die Konkurrenz) zu schützen. Damit du also nicht beim nächsten Online-Marketing-Stammtisch die Geschäftsgeheimnisse von einem deiner Kunden ausplauderst, wird im Vorhinein auf einen NDA bestanden.

Die Sache hat aber einen Haken. Es gibt NDAs in denen weitaus mehr steht als nur die reinen Formalien zur Verschwiegenheit — und dieses Dokument wird dann trotzdem NDA genannt. Am häufigsten stolpert man wohl über eine „Non-Compete-Klausel“, und so etwas möchtest du nicht unterschreiben.

WAS IST DAS GENAU?

Aber was kannst du machen, wenn du eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen musst?

NDA-Hacking: Deine eigene Verschwiegenheitserklärung

„Kein Problem, ich habe bereits einen mitgebracht, den nutze ich für alle meine Kunden“. Diesen Satz sage ich immer dann, wenn ich NDAs unterzeichnen soll in denen ich für die nächsten 20 Jahre im 7-stelligen Bereich hafte und sich die Summme wöchentlich nach Erkentniss des Kunden um einen 5-stelligen Betrag erhöht. Ja, solche NDAs gibt es.

Mit einem eigenem NDA kannst du dir sicher sein, dass du jeden Absatz und die einzelnen Auswirkungen verstehst. Die Basisvariante ist einfach nur ein Dokument mit der einfachen Zusage, dass du nicht über Details oder das Projekt sprechen wirst, außer du hast eine schriftliche Bestätigung vom Auftraggeber. Ich hatte meinen damals selbst geschrieben und durch einen Anwalt überprüfen lassen.